Trekking Tag 4,5 und 6

Hallo zusammen und hare Krishna, ich bin von Shimla bin nach Rishikesh gefahren - Hauptstadt des Yogas und der Meditation und bekannt geworden, als die Beatles sich hier in einem Ashram einfanden und grosse Teile des "weissen Album" hier geschrieben haben. Tatsaechlich gibt es viele Angebote fuer Yogakurse und Ausbildungen zum Yogalehrer. Jedoch laengst nicht so viele wie Touristenbueros/Reisebueros. An einem Tag habe ich hier 4 Deutsche getroffen - mehr als in meiner gesamten restlichen Zeit in Indien. Ich vertreibe mir hier die Zeit mit dem Reinwaschen von Suenden im Ganges, habe mir eine Hare Kshina - Zeremonie angeschaut und an einer Meditation, sowie 2 morgendlichen Yogakursen teilgenommen. da ich mich nicht mehr auf 2000, sondern auf 300 m ue.d.M. befinde, ist es entsprechend heiss, was sehr zu regelmaessigen Mittagsschlaefen anregt. Morgen gehe ich wohl weiter nach Haridwar und danach auf eine Farm, die ich per workaway ausfindig gemacht und kontaktiert habe. 4. Tag. In der Nacht hatte es geregnet. Es war nicht zu heiss und so wurde dies der, aus meiner Sicht, beste Wandertag des ganzen Treks. Die ,sowieso jeden Tag unterschiedliche, Landschaft erinnerte an diesem sehr an Regenwald. Es roch herrlich und die Konditionen waren einfach perfekt. Mehrfach mussten wir kleinere Wasserfaelle/Baeche ueberqueren, die unseren Weg kreuzten und da die "Bruecken" meist recht provisorisch eingerichtet waren bzw. aus rutschigen Baumstaemmen oder einzelnen Steinen bestanden, war hier doch Konzentration und ueberwindung gefordert: Ein falscher Schritt und man riskierte blutige Schuerfwunden oder zumindest komplett durchnesst zu werden. Jane nahm dabei die Hilfe der guides in Anspruch, die erst ihren Rucksack, dann sie befoerderten. Spaeter fing es an zu regnen. Also packten wir alle unsere Regenjacken aus - alle ausser Jane. Sie meinte nur:" No, thats perfect. Feels like home" - England halt. Als ich Anstalten machte, meinen Rucksackinhalt umzupacken, um einige meiner Sachen besser vor dem Regen zu schuetzen, wies Max mich daraufhin, dass mein Rucksack (den ich jetzt seit 2 Jahren besitze) ein verstecktes Regencape integriert hat. Indien und Rucksaecke - beides voller Geheimnisse. Auf dem Weg trafen wir immer wieder grosse Ziegen- und Schafsherden und insbesondere, wenn sie ueber schmale Bretter und Baumstaemme geleitet wurden, war dies ein amuesantes Spektakel: Insbesondere die kleinen Schaeflein, mussten sich doch sehr ueberwinden und nachdem sie mehrere Sekunden voller Anspannung Mut suchten, legten sie ploetzlich und mit vielen kleinen Schritten einen Sprint hin und hatten den Bach ueberquert. Das letzte Schaf in der langen Reihe, konnte sich nun wirklich nicht ueberwinden und waehrend uns allen ein Schrei entfuhr, fand es in einem moederischen Sprung einen alternativen Weg zur Ueberquerung. Auch heute wurden wir in ein privates Haus eingeladen. Diesesmal gab es einen wunderbaren Chai (mit Ginger) und wir nahmen unser Mittagsmahl ein (Chapati und Dal, welches wir uns von Uncle hatten vorkochen und einpacken lassen). Ein zweites Dal wurde uns von der nette Oma serviert, die mit ihrem Enkel alleine zu Hause war. (Immer lustig zu beobachten, jedoch eine schreckliche Belaestigung fuer die Einheimischen, sind die vielen Affen. Sie wuehlen in den Gaerten, klauen Nahrung von Haushalten und Verkaufsstaenden und entreissen auch gerne Schals und Sonnenbrillen, direkt vom Abgeber) Als eine beruechtigte Affenbande sich dem Haus naehrte, fing die gute Frau also an zu zischen und mit lauten Rufen "Cha, Hi, Ho" und wildem Fuchteln, die Affen zu vertreiben - allerdings nicht ohne ein schaelmisches Schmunzeln im Gesicht. Chayan und Satish waren sofort aufgesprungen und hatten sie unterstuetzt und setzten sich, nach getaner Arbeit, zufrieden und lachend wieder zu uns. (Teilweise werde Boeller verwendet, um die Affen zu verschrecken. Leider erschrecken diese nicht nur Affen, sondern auch unbeteiligte Touristen) Nachdem wir dann noch den kleinen Hund, sowie die weissen Kaninchen gestreichelt und ein paar Erinnerungsfotos aufgenommen hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. In unsern Ziel Taranda sollte erneut ein staatliches Gasthaus, nahe einem Tempel, auf uns warten. Doch, wie das nunmal so ist, befinden sich die Tempel nicht am Fusse des Berges, wo sie fuer alle leicht erreichbar sind, sondern ganz oben. Der letzte Anstieg war unglaublich anstrengend. Als ich oben angekommen war, angetrieben von dem Wunsch nach einer Toilette, einer Dusche, einem Bett und einer Mahlzeit, wartete ich, mangels Orientierung, auf Max und wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach der Unterkunft in dem kleinen, aber unueberschaulichen Dorf. Wie sich rausstellte, mussten wir fuer uns selbst kochen und auch die entsprechenden Lebensmittel erst einkaufen. Dass der einzige Laden dafuer, durch einen 10-minuetigen Treppenabwaertsgang von uns getrennt war, habe ich nicht geahnt, als ich mich bereiterklaerte mich auf den Weg zu machen. Wir kauften Reis (1 kg fuer ca. 60 cent) , Eier, Ketchup (es gab weder Zwiebeln, noch Gemuese), Maggi-Tuetensuppen, ein wenig Schokolade und Kekse, sowie Tee, Zucker und frische Milch vom Bauern fuer den obligatorischen Chai. Chayan und Satish bereiteten den Tee und den Reis spaeter zu und der neue Uncle verkaufte und noch eine Flasche des regionalen Apfelweins, der sich eigentlich als sehr hochsprozentiger Schnaps, verduennt mit Wasser, herausstellte. Nicht gerade eine Erleuchtung, aber in den kleinen Doerfern sehr populaer. Der Schnaps wird zu Hause gebraut - dafuer haben diese Dioerfer wohl eine spezielle Genehmigung von der Regierung. Und da die abendliche Unterhaltung in den Doerfern nicht vorhanden ist, wird sich doch gerne mal betrunken. Hierbei kommt es wohl auch zu Schlaegereien, deren Zeuge ich allerdings nicht wurde. Neben einer zweiten Spinne gab es noch einen zweiten Aufreger: Satish erklaerte uns, dass wir bereits angekuendigt wurden im Gasthaus. Seit 2 jahren, sind wir die ersten, die diese Route genommen haben und ein kurzes Gespraech von Max mit einem ... Polizisten? ... hatte grosse Wellen geschlagen. Die indische Regierung wusste, wo wir sind und da dies, das einzige Gasthaus in Umgebung war, war klar, dass wir es ansteuern wuerden. Ein Vertreter sollte unterwegs sein, tauchte aber nicht auf. Ein komisches Gefuehl auf der einen Seite so "ueberwacht" zu werden und gleichzeitig einen Sonderstatus zu besitzen. Wenn uns etwas zustoesse, waere schnell Hilfe gekommen, waehrend anderswo tausende Inder verhungern. Ausserdem wurde uns erklaert, dass Satish und Chayan, aber auch die Betreiber der Gasthaeuser, viel Verantwortung tragen und sich eventuell vor der Regierung rechtfertigen muessen, wenn uns etwas passiert. Wir goennten uns ein Schlueckchen und gingen wie jeden Abend gegen 9 Uhr schlafen. 5. Tag Ob es an der Kombinatioen von Alkohol und zu viel Essen lag oder nur eine Frage der Zeit war: Morgens um 5 begann mein Tag mit Kotzen. Ich verzichtete auf jedes Fruehstueck. Wie beim ersten Mal, als ich krank wurde in Indien, wollten mich, die mich umgebenden Inder, immer wieder dazu ueberreden, etwas zu essen. Das ist doch recht laestig. Aber wenn Inder sich den Magen verschlagen, haben sie damit einen anderen Umgang, als .. zumindest ich. Im Sitzen und liegen ging es mir nicht schlecht, aber sobald ich mich bewegte, spuerte ich deutlich, dass mein Magen alle Energiereserven, die mir zur Verfuegung standen, in Anspruch nahm, um zu regenerieren. Dennoch machten wir uns auf den Weg. Zunaechst war ich positiv Ueberrascht, wie gut ich mich fortbewegen konnte, trotz Rucksack auf dem Ruecken und war heiter gestimmt...... Dann nicht mehr. Wir waren 5 Minuten unterwegs, da erbrach ich mich erneut. Mein Magen war am Ende. Ich konnte weder Fluessigkeit noch Nahrung aufnehmen, ohne sie eine halbe Stunde spaeter wieder von mir zu geben. Nachdem ich fertig war, wollte ich meine Rucksack erneut aufnehmen, doch das wurde mir klar untersagt. Zwar fuehlte ich mich jedesmal nach dem Erbrechen munter und gestaerkt - vermutlich aufgrund von Endorphinausstoessen - wenige Minuten spaeter, wurde ich aber immer wieder schwach und so wechselten sich Chayan und Satish ab, meine Rucksack, zusaetzlich zu ihrem eigenen, bis nach Nichar zu schleppen. Immer wieder musste ich kleine Pause einlegen, da mir teilweise schwindlig wurde, wenn ich (wenn auch in sicherer Entfernung) am Abgrund entlang ging. Es war unglaublich anstrengend. Der leichte Nieselregen war ein Segen und als dieser zu heftig wurde, machten wir in einer kleinen Berghoehle Pause. Ich nutzte die Zeit, um mich auszuruhen, zu trinken und mich ein weiteres Mal zu uebergeben. (ueberall an den Wanderwegen findet man kleine Hoehlen oder regengeschuette Plaetze unter riesigen Steinen, wo Holz und Stroh gelagert wird und Spuren von erloschenen Lagerfeuern zeugen.) Oft sahen wir unser Tagesziel stundenlang, bevor wir es endlich erreichten. Das lag daran, dass es am gegenueberliegenden Berg lag. Hiess fuer uns: In einem endlosen hin und zurueck, stueck fuer stueck den Berg runterklettern, was nur an bestimmten Stellen moeglich war und auch diese Wege, waren nicht gerade komfortabel. Dann an die Stelle gelangen, an der man den Fluss ueberqueren kann, der die Berge von einander trennt, nur um dann den, nicht weniger strapioesen Weg, bergaufwaerts anzutreten. Keine Ahnung, wie die anderen das gemeistert haben, aber fuer mich war das an diesem Tag zeitweise einfach nur - ... scheisse. Selbst Satishs Bonbon, musste ich nach 2 Minuten ausspucken. Ein wahrer Freund war mir dagegen mein neuer Wanderstock. Bisher hatte ich darauf verzichtet, doch gerade wenn man nicht so viel Energie hat, ist er eine grosse Hilfe. Die sonstige Sicherheit hatte mir deutlich gefehlt. Meine Reaktion war einfach verlangsamt. Deutlich konnte ich spueren, wieviel Kraft mein Koerper normalerweise aufwendet, um meine Balance zu sichern, wenn ich mich auf unsicherem Grund bewege. Zwischendurch habe ich mich dann entschaedigt, durch Blick auf die herrliche Landschaft und Jammern hilft in dem Fall einfach nicht, also weiter.. Irgendwann erreichten wir dann das Gasthaus - und wurden abgelehnt :O :O :O Ich habe immer noch nicht verstanden warum.. Also suchten wir ein kleinen Verkaufsstand auf, wo ich es mir auf einem Stuhl gemueltich machte und die anderen ihre Chapatis und Chai genossen. Eine halbe Stunde sitzen hatte mir sehr gut getan und so war die Busfahrt ins relativ nahegelegene Nichar kein Drama, auch wenn der Bus, wie ueblich. vollkommen ueberfuellt war. Die letzten Meter, wenn auch bergauf, meisterte ich mit Rucksack auf dem Ruecken. Unser Gasthaus war top! Eigentlich eine kleine Wohnung ohne Kueche und das fier 400 Rupies/Nacht. (nicht mal 6 Euro) Ich verbrachte den Rest des Tages im Bett, hoerte Musik und genoss, dass es mir immer besser ging. Die anderen brachten mir auf bestellung Kekse und Pepsi und spaeter einfach nur Reis, der mein Fruehstueck darstellte. Und um auf der einen Seite mir, aber aber auch sich selbst Zeit zu geben, wieder zu Kraeften zu kommen, beschlossen wir, einen Tag in Nichar zu rasten. Alle freuten sich aufs Ausschlafen und Ausruhen und ich war wieder gut drauf! 6. Tag MMMMMMmmmmhm. Rasttag!!! Nachdem ich lange geschlafen und etwas Reis zum Fruehstueck hatte, fuehlte ich mich irgendwann stark genug, um einen kleinen Rundgang zu unternehmen. Die bedeutete einige Treppen abwaerts, aber in der Ruhe liegt die Kraft. Der Besuch des Internetcafes war eher ernuechternd, da ich nicht ueber das Laden der Seiten hinausgekommen bin. Max und Jane waren am Vortag 2 Aerzten begegnet, die sie eingeladen hatten, ihr kleines Krankenhaus zu besichtigen. Der perfekte Stoff fuer Jane, die an diesem Tage weitere Fotos ihres GGGeorgs nachstellen konnte. Max war nicht dabei, aber Jane, Chayan und ich machten uns auf den Weg. Es war sehr interessant. Jeder Arzt in Indien muss 3 Jahre in einem zugewiesenem Kaff absitzen, um die flaechendeckende Versorgung der Bevoelkerung zu sichern. Das Krankenhaus selbst schien mir recht hygienisch. Es war nicht gross, aber hatte einige Raeume, einen Zahnarztstuhl, eine reiche Auswahl an Medikamenten und schien fuer Geburten ganz gut ausgestattet, soweit ich das beurteilen kann. Die 2 jungen Aerzte, erzaehlten uns ein wenig vom Leben aus dem Dorf. Etwa 3 Mal im jahr kommt es zu Vergiftungen durch Tierbisse. Haeufiger sind Geburten (die Muetter muessen mindestens 2 Tage weiter im Krankenhaus ueberwacht werden, so will es das Gesetz) und Verletzungen durch Schlaegerein. In dem Fall bringt der Polizist beide Streitparteien vorbei. 2009 wurden einige Menschen durch einen Baeren getoetet, der dann wiederum durch Jaeger hingerichtet wurde. In dem kleinen Rueckzugsraum gab es einen Kuehlschrank mit Getraenken und Schokoriegeln, einen Hantelbank und ... eine Gitarre. Nachdem ich dazu aufgefordert worden war (Vielleicht waren meine Blicke doch ab und zu sehnsuechtig ruebergewandert), durfte ich Janes Interview ein wenig musikalisch untermalen. Auch Chayan kann bisschen spielen und hat uns ein indisches Lied mit Gesang zum Besten gegeben. Wir liehen uns die Gitarre fuer den Abend aus und ich spielte ein paar Lieder. Jane, Chayan und Satish waren begeistert. Wir haben auch versucht ein paar lieder gemeinsam zu singen, doch die scheiterte meist daran, dass sich im Verlauf der Lieder, die Tonarten der Saenger unterschieden oder schlichtweg Texte fehlten. Aber es machte dennoch viel Freude. Der Uncle in Nichar war der coolste! Ein kleiner sympathischer Mann. Am Abend wollte ich vorsichtig eine Mahlzeit zu mir nehmen und als Chayan das Essen holen gaing, dass wir bei Uncle vorbestellt hatten, um es in unserer Unterkunft zu uns zu nehmen, begleitete ich ihn. Zu meiner Ueberraschung brachte mich Chayan nicht zu Uncles Imbissbude, sondern zu seinem privaten kleinen Zimmer, in dem dieser gerade das Dal fuer den naechsten Tag zubereitete und sich daran machte, unsere Chapatis zu backen. Chayan verstaute den Reis fuer 6 Personen (an diesem Abend hatten wir einen indischen Gast, der ebenfalls im Gasthaus uebernachtete) in einer Tuete, zusammen mit Dal, Gemuese, Minzsosse. sowie etwas geschnittener Gurke und Zwiebeln, in separaten Gefaessen. Es dauerte etwas bis die 30 Chapatis gebacken waren, so hatte ich Zeit, zu naschen. Ich verzichtete mit Freude auf den neu erworbenen lokalen Wein und wir gingen frueh schlafen, guter Dinge fuer den folgenden Trekkingtag. Die Buchstaben auf dem Bildschirm verschwimmen langsam. Ich unterbreche. 4:22 pm 27/5 Ich habe ein wenig Probleme gerade an Geld zu kommen, vermutlich wegen eines Monats- oder Wochenlimits fuer das Abheben von Geld an Automaten. Doch ich habe genug Reserven fuer die naechsten Tage und ein nettes deutsches Paerchen, dass 9 Monate lang eine Weltreise unternommen hat und jetzt Heim kehrt,hat mir 300 Dollar gegeben, die ich ihnen entsprechend dem Wechselkurs in Euro wieder ueberwiesen habe. Liebe Gruesse aus Rishikesh Michael

28.5.15 17:24, kommentieren

Trekking von Shimla nach Kalpa und Chitkul Tag 1-3

Vorneweg: Um meine Berichte mit (sehr eindrucksvollen)  Bildern zu untermalen, darf ich den folgenden Link empfehlen:
 
https://www.dropbox.com/sh/0aprcrdmplt3m2s/AAD2uoQrqq_SHRFulEZcWtD7a?dl=0
 
Hallo zusammen,
 
es ist der 21.5 3:46 pm.
 
Eine Empfehlung, die ich jedem zukuenftigen Indienreisendem mit auf dem Weg geben werde:"Mach mindestens einmal ein gefuehrtes Trekking mit indischem Guide"
 
Es waren anstrengende, wechselhafte und wunderschoene 10 Tage, die ich zusammen mit Jane aus England, Max aus Oesterreich und den 2 regionalen Guides Satish (25) und Chayan (22) durchlebt habe.
 
Max ist 31, bereits seit fast einem halben Jahr durch Indien unterwegs und erfahrener Wander- und Reisemensch, sowie Organisator.
 
Jane (33) ist das dritte Mal in Indien, hat auch schon viele andere Laender bereist und ist dieses Mal auf der Spur ihres Grossgrossonkels George unterwegs, der unsere Route im Jahre 1912 bewaeltigt hat und ein Tagebuch mit Bildern hinterlassen hat, die Jane helfen, genau die Orte zu finden, an denen er sich befunden hat. Sie ist ausserdem ehemalige Journalistin (sie hat gekuendigt, weil der Job zu stressig war) und moechte ein Buch oder zumindest einen Bericht ueber unseren Trek schreiben.
 
Chayan und Satish sind 2 charismatische junge Inder, die immer gut drauf sind, viel wissen ueber Kultur, Geschichte und Natur, dieses Wissen mit Freude vermitteln und ziemlich gutes Englisch sprechen.
 
 
Dass das ganze so zustande kam, war einer Person zu verdanken, die im Nachhinein keine wirkliche Rolle mehr gespielt hat. Wir 3 sind alle im YMCA-Hotel untergekommen (dessen nicht unbedingt von viel Naechstenliebe sprechen) und der im Hotel ansaessige Guide hat mich angesprochen. Eigentlich war mein Plan mich weiter in den Sueden zu begeben, doch als er meinte, ein Oesterreicher und eine Englaenderin wuerden am naechsten Tag mit ihm kommen und dass ich auf einem Trek das Himalaya so richtig erleben wuerde, habe ich spontan zugesagt. Wie sich rausgestellt hat, hatten weder Max, noch Jane zugesagt, einzig ihr Interesse geaussert - das ist eine normale Vorgehensweise:
 
Ein Typ spricht dich an und erklaert dir nach etwas smalltalk, dass er ein guide sei und einen Trek unternehmen wolle mit Person X aus europaeischen Land Y. Dann will er, noch bevor du mehr als theoretisches Interesse bekundet hast, ein schnelles Treffen vereinbaren und wie sich spaeter rausstellt, hat auch Person X nicht mehr als theoretisches Interesse an einem Trek.   
 
Max und Jane aber waren entschlossen einen Trek zu machen, wollten sich aber noch bei anderen guides informieren. Dies haben wir auch getan und so haben wir Satish getroffen, der uns allen drein sympathischer und serioeser erschien u.a. weil er alle fragen klar beantwortet hat und seine Kostenaustellung simpel zu verstehen war und er sich offensichtlich nicht zu viel aus dem Geld macht, sondern auch einfach bock hat, die Leute kennenzulernen und unterwegs zu sein.
 
Am Abend musste ich mir Vorwuerfe anhoeren von dem YMCA- guide, dass ich nicht ehrlich gewesen waere, dass man menschen so nicht behandle, wenn ich als mensch wachsen wolle und dass er mich trotzdem gut behandle, weil man sich nicht auf die ebene anderer herablassen solle, sonst sei man nicht besser... blaaa.
 
AAAber wir sind gluecklich mit unserem guide, etwas verspaetet gestartet. Tatsaechlich sind wir nicht einmal in den letzten 10 Tagen puenktlich aufgebrochen. Ich bin zwar, wie gewohnt, als letztes aufgestanden, doch ich konnte mich immer darauf verlassen, dass Jane alle warten laesst. Das war aber kein Problem. Nicht fuer die sowieso entspannten Inder. Nicht fuer den geduldigen Max und schon garnicht fuer mich.
 
1. Tag
 
Wir sind in Shimla gestartet, zunaechst mit dem Bus. Mithilfe der Kopien der Bilder aus dem Tagebuch und der Einheimischen in den kleinen Doerfern, konnte Jane die ersten Neuaufnahmen der Bilder ihres Grossgrossonkels machen. Es war hoechst amuesant zu beobachten, wie sich (aehnlich wie bei Auseinandersetzungen) schnell ein Gruppe von 10 Indern gebildet hat, die die Bilder rumreichten, darueber diskutieren und Hintergrundwissen vermitteln. Die wichtigen und interessanten Infos haben unsere guides dann an uns weitergeleitet. 
 
Irgendwann sind wir auch tatsaechlich gewandert und es gab viel zu sehen. Die Temperatur war recht angenehm und die Sicht auf Berge und Taeler klar.
In dieser Gegend im Himalaya sind die Menschen recht wohlhabend, da sie die Aepfel, die ueberall auf den Baeumen unter Netzen wachsen, teuer verkaufen koennen. (Auch Satishs Familie hat in Apfelbaeume investiert und in 15 Jahren, wird dort hoffentlich genug Geld herausspringen, dass er (zusammen mit dem Geld, dass er als Trekkingguide anspart) damit er auf Reisen gehen kann.)
 
Zu Mittag gab es Maggi-Tuetensuppe, verfeiernt durch den jugendlichen Koch, einer fuer indien typischen Schnellimbissbude ...
 
Um unser zu unserem Tagesziel Rampur fuehrte uns zuenaechst weniger, dann sehr, steil bergab.
Auf halber Strecke wurden wir von Einheimischen zu frischen gruenen Mandeln eingeladen, die dort viel angebaut und von den Einheimischen in Kisten verpackt werden. Sie sehen im Grunde aus, wie gruene Pflaumen, die man mit den Zaehenn aufknackt, um an die schmackhafte Mandel im Innern zu gelangen.
Ausserdem haben wir eine der, meiner Meinung nach, schoensten Kirchen ueberhaupt besucht. Sie steht direkt bei einer christlichen Schule fuer Kinder aus aermlichen Verhaeltnissen und hat uns allen unglaublich gefallen, weil sie genau so ist, wie eine Kirche sein sollte.. schlicht, aber schoen. Klein und mit Holzdach. Innen mit Musikinstrumenten und kuenstlerisch gestalteten Fenstern. Vor der kleinen Schule, die von einem netten Ehepaar gefuehrt wird, durften wir uns auf dem Rasen ausruhen, den Schatten geniessen und den Kindern beim heiteren Spielen zusehen - ein wahres Vergnuegen. 
 
Das letzte Stueck bis Rampur sind wir auf allgemeinen Wunsch auf einem kleinen LKW getrampt. Die Suche nach einem guenstigen Hotel gestaltete sich schwieriger als erwartet und so schlief ich schliesslich mir Jane und Max in einem Bett, in dem bisher heruntergekommensten Zimmer meines Lebens. Insbesondere das Badezimmer war nicht gerade mit Hingabe gereinigt, aber was solls. Das kann man auch mal machen. Und immerhin entsprach es mal ungefaehr dem, was man von Indien erwartet. (Alle Traveller mit denen ich gesprochen habe, sind wie ich vom Komfort Indiens ueberrascht)
 
Unguenstigerweise hatte ich am Abend vor der Abreise ein koestliches, aber unglaublich schwer zu verdauendes, indisches Mahl genossen, das meinen Magen ziemlich belastet hat. Und da wir uns in weniger touristischen Gebieten rumgetrieben haben, konnte ich meinem Magen auch keine wirkliche Erholungspause goennen, was sich die Tage darauf noch als fatal herausstellen sollte.
 
 
 
 
22.5  7.15 p.m. - Nachdem ich das liebevolle Erzeugniss der letzten 2 Stunden mit einem einfach Shift+ X zunaechst erfolgreich ausgeschnitten und in die Zwischenablage befoerdert hatte, habe ich den Inhalt der Zwischenablage kaum eine Minute spaeter (ebenfalls erfolgreich) durch eine E-mailaddresse ... man koennte sagen aufgefrischt - wie auch immer. Jedenfalls darf ich fuer heute ein zweites Mal beginnen mit den Worten:
 
Ich darf fortfahren..
 
 
 
2. Tag.
 
Dieser Tag begann mit Kultur, die teilweise sehr interessant und schoen anzusehen war, aber (u.a. aufgrund der Hitze, die bereits in den fruehen Stunden des Tages deutlich zu spueren war) doch deutlich weniger Zeit in Anspruch genommen haette,  wenn es nach Max und mir gegangen waere. Jane jedoch war fleissig auf der Suche nach den Spuren von Grossgrossonkel George (ab jetzt werde ich ihn nurnoch als GGGeorge erwaehnen) und Stoff fuer ihren Bericht. Wenn sie sich nicht bei uns beiden entschuldigte, fuehrte sie also (mit Satishs Hilfe), offensichtlich geuebt und gelernt, Gespraeche mit Einheimischen und machte Fotos, sowie Notizen in "Shorthand". Also besichtigten wir realistische 3 bis gefuehlte 28  Tempel und einen sehr schoenen alten, hoelzernen Palast, der mal als Sitz eines ehemaligen Koenigs gedient hat.
 
Als das Kulturprogramm schliesslich beendet war, starten wir zunaechst mit einer kurzen Fahrt in einer Autorikscha (auch liebevoll Tuktuk genannt). Dann ging es richtig los. 
In einer Gegend, in der Sichtungen von Baeren und Bergleopaden nicht komplett ungewoehnlich sind, machten wir uns zunaechst als eine Gruppe auf den Weg. Dafuer mussten wir zunaechst zur Spitze eines Berges gelangen. Nichts leichter als das. Nach einger Zeit, in der sich die Gruppe tapfer zusammen gehalten hatte, entschied sich Max in Begleitung von Chayan Abkuerzungen verwenden (was sich als sehr vernuenftig rausstellen sollte). Ich bekam davon zunaechst nichts mit, da ich mich, einige Minuten zuvor, in meinem eigenen Tempo, rasch von der Gruppe abgesetzt hatte. 
 
Jane hatte bis zum Schluss Probleme, das Tempo der Gruppe zu halten, was sicher nicht an ihrem Engagement lag, teilweise aber  an ihrem unkomfortablen Rucksack und nicht so guten Schuhen. Doch ganz ohne Absprache regelte es sich, dass sie nie alleine war. Einer von uns drosselte stets das eigene Tempo, um ihr Gesellschaft zu leisten.
 
Nach kurzer Absprache mit Satish, setzte ich mich endgueltig von ihm und Jane ab und machte mich alleine auf den unkomplizierten, aber anstrengenden Anstieg. Wir bewegten uns auf schier endlosen Strassen, die zunachst 15 min in die eineund dann nach einer 180 Grad Kurve 15 min in die entgegengesetzte Richtung fuehrten. Ich war ebenfalls in grosser Versuchung "Shortcuts" zu verwenden, doch wollte ich alleine unterwegs und mit 12 KG auf dem Ruecken, kein Risko eingehen. Zumal wog ich mich in der Gewissheit, dass Jane und Satish mindestens 30-40 min hinter mir waren.
 
Irgendwann fragte ich mich aber schon, wo und wie meine heutige Reise enden sollte. Ich wusste zu dem Zeitpunkt weder den Namen unseres Zieldorfes Gora, noch ob wir dieses nicht teils mit dem Bus zu erreichen hatten. Mein Trinkwasser wurde langsam knapp, die Sonne brannte unermuedlich und keine Sicht von Max, der auch per Handy nicht zu erreichen war.
Als ich dann schliesslich sein orangenes T-Shirt, in nicht all zu grosser Entfernung, entdeckte und schliesslich den Punkt erreichte, an dem er zusammen mit Chayan auf mich wartete, entfuhr mir ein lautes "JAWOLL!!! JAWOLLL!!!" - teils Stolz ueber den bewaeltigten Kraftakt, teils Erleichterung, die beiden wiederzusehen und endlich die verdiente Pause abzuhalten.
 
 
 
7:52 pm - Hier stoppe ich zunaechst in meinen Ausfuehrungen, da ich zum Essen verabredet bin. Ein oder 10 Bier koennten mich den Frust ueber mein Missgeschick vllt. vergessen lassen.    
 
23.5  1:05 pm
...
Wir warteten etwa 15 min, dann tauchten auch Satish und Jane auf (Sie hatten ebenfalls shortcuts verwendet) und genossen zusammen die Pause mit Prantha, Keksen und Wasser in Schatten mit Aussicht.
Da Chayans Technik, um eines der beiden Zelte (die unsere guides immer mitschleppten, wir aber nicht 1x verwendet haben) an seinem Rucksack zu befestigen, noch nicht ausgefeilt war, mein aber Rucksack dafuer privilegiert ist und ich schlichtweg nicht genug kriegen konnte, beschloss ich eines der beiden Zelte zu uebernehmen. Das ging lange gut, doch gerade gegen Ende, haben ich die Belastung dann doch deutlich gespuert und kaempfte mich die letzten paar Kilometer hinauf nach Gora.
 
Nach der Pause zusammen gestartet, setzten Max, Chayan und ich uns erneut von den anderen beiden ab und erreichten das kleine, sympathische Dorf etwa 20 min den andern beiden.
Hier ruhten wir uns zunaechst am Strassenrand aus, tranken Tee und kalte Cola, assen Kekse und beobachteten die Einheimischen, wie sie Karten spielten oder zusammen sassen und bei einer Tasse Chai plauderten. Wenn ab und zu ein Hund vorbeikam wurde er gestreichelt.
 
Unser Nachtquartier war eines der staatlichen Gasthaeuser, die meist die einzigen Unterkuenfte in den kleinen Doefern darstellen, dafuer aber immer sauber und in der Regel guenstig sind.
Hier lernten wir Uncle Nr 1 kennen:
 
In Indien ist es ueblich, auch fremde Menschen mit "Onkel" oder "Grossmutter" anzusprechen. So wurden ins in den 10 Tagen etwa 5-6 Uncles vorgestellt, alle wischen 40 und 50 und entweder der Verwalter des Gasthauses oder der Besitzer der Imbissbuden, in denen wir uns meist zum Speisen einfanden.
 
(Diese Imbissbuden stellen sich normalerweise auf etwa 8 Gaeste pro Mahlzeit ein. So werden Dal und mixed vegetables, sowie der Teig fuer die Chapatis und Pranthas (mit z.B. Zwiebeln, Kohl oder Kartoffeln gefuellte Chapatis, welche in Kombination mit Yoghurt das uebliche nordindische Fruehstueck darstellen), die dann aber frisch zubereitet werden. Dazu gibt es Reis und fuer 5 Personen zahlt man nicht mehr als 6-7 Euro.)
 
Uncle Nr.1 ein war sympathischer, wirklich kleiner Mann, der das Gasthaus zusammen mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn, mit Hingabe leitet. Das Gasthaus selbst war, wie erwartet, sauber und gemuetlich, das Essen, dass uns Uncle servierte koestlich und der kleine Garten mit Rosen, in dem die Dorfgemeinde den Tag gemuetlich bei einer Tasse Chai ausklingen liess, ist mit einer wunderbaren Aussicht gesegnet.
 
Als die Sonne sich dann anmasste, hinter den Bergen zu verschwinden, bot sich uns ein Anblick, dass jedenfalls fuer mich kaum zu fassen war und mich um das kleine Haus herumrennen liess:
Ich glaube, jeder weiss wovon ich rede, wenn ich von der Spannung rede, die bei einem sich anbahnenden Gewitter in der Luft liegt. (Ich liebe es!) Doch dem nicht genug. Wie es der Moment wollte, faerbte sich der Himmel in 4 verschiedenen Himmelsrichtungen in 4 komplett unterschiedlichen Farben:
Der Sonnenuntergang liess die Wolken rot aufgluehen. Drehte man sich um 90 Grad, war der Himmel hellblau. Direkt daneben faerbte er sich Grau, wo das Gewitter bereits zu gange war und schlussendlich war der Himmel noch in dem Braun gefaerbt, das stets ein Gewitter ankuendigt.
 
Der restliche Abend war gesegnet durch eine warme Dusche, ein wie gesagt koestliches, aber leider nicht sehr leicht verdauliches Mahl und da ich auf die Idee kam, meine handgemachte Floete rauszuholen, die ich in Mcleodganj erworben hatte, gepraegt durch Satishs begeistertes, aber auf die Dauer doch recht nervtoetendes Floetenspiel - letzteres sollte sich auch die folgenden Tage fortsetzen.
 
 
 
3. Tag 
 
Der Tag begann mit Packen, wurde mit Fruehstueck fortgesetzt und sollte in Sarahan enden. Tatsaechlich ueberliess ich das Planen eher Satish und Chayan und vertraute darauf, dass Max dann moegliche Fehler im Plan entdeckte.
Doch auch zu mir hatte sich durchgesprochen. dass wir eigentlich kein Fruehstueck in Gora einnehmen und stattdessen einen fruehen Bus bekommen wollten. Mir war beides Recht, doch da Jane etwas mehr Zeit brauchte, als erwartet, um ihre Sachen zu packen, verpassten wir den Bus und bestellten stattdessen Fruehstueck bei Uncle. Mit der Zeit meinte ich, eine leichte Frustration bei Max festzustellen, da sich unsere Plaene doch recht regelmaessig, spontan aenderten und ab und zu eine gewisse Verwirrung herrschte. (Wie gesagt: Puenktlich losgekommen, sind wir nicht einmal :D) Doch er ging damit bemerkenswert ruhig um.
 
Also dann los zu Fuss.
 
Der Plan den fruehen Bus zu bekommen beruhte auf der Tatsache, dass sich nach dem gestrigen Tag, erste Erschoepfungsserscheinungen und insbesondere Jane mit Blasen an den Fuessen zu kaempfen hatte.
Nachdem dies am Vortag wunderbar funktioniert hatte, beschlossen wir uns erneut zu trampen. Dieses Mal war ein kleiner Laster, auf dem Weg zu einer Baustelle. Wir fanden stehend, auf der Ladeflaeche platz. Nicht sehr bequem, aber es war eine sehr spassige Fahrt. Satish und ich sorgten per Floetensoli fuer erstklassige musikalische Unterhaltung und ich genoss die holprige, rasante Fahrt.
 
Dann noch 2 Stunden zu Fuss und wir waren in der wunderschoenen Tempelanlage Sarahans, wo sich das naechste staatliche Gasthaus befand. Hier hatten wir den Schlafsaal fuer uns alleine und zahlten gerade mal einen Euro pro Bett/Nacht. Eine Dusche gab es nicht, aber Katzenwaesche (auf englisch "Birdwash" war fuer heute ausreichend. Waehrend Jane und Satish ihr Kulturprogramm fortsetzten, machte ich mich zunaechst alleine auf, um das kleine Dorf und den Tempel zu erkunden. Ich genoss es, mal alleine zu sein und einfach rechts oder links abbiegen zu koennen, wie es mir gerade recht war. Nach 15 min traf ich dann wieder auf die anderen und entschied dann mit Satish einen kleinen Wasserfall aufzusuchen. Nach der kurzen Wanderung an diesem Tag, fuehlten wir uns doch wieder recht frisch.
Mein Fehler war, diesen Weg mit FlioFlops anzutreten, denn wie sich zeigte, gab es keinen wirklichen Weg dorthin. So kaempften wir uns durch Gestruepp, Straeucher und Privatgaerten, die auch gerne mal von Hunden bewacht wurden.
 
(Waehrend ich eher in Schockstarre verfallen bin und eine beruhigende Schutzhaltung eingenommen habe, sobald ein Hund auf mich zurannte und bellte , hat Chayan ganz anders reagiert. Er hat angedeutet mit etwas in seiner Hand nach dem Hund zu werfen, der darauf seinen Weg zunaechst abgebrochen hat, zurueckgeschreckt ist und wenn chayan seine Verteidigung mit Wuerfen von kleinen Steinchen untermalt hat, auf Abstand geblieben ist. Dem moechte ich mir doch in der Zukunft ein Beispiel nehmen.)
 
Auf einem grossen Felsen haben wir dann die "Bilder des Tages" geschossen. Nachdem wir so nah wie moeglich an den Wasserfall herangeklettert waren, begaben wir uns auf den raschen Rueckweg, denn mein Magengefuehl  (ich will ihn nicht staendig erwaehnen, aber es hat mich nunmal die Tage ziemlich beschaeftigt) riet mir zur Eile.
 
Alle zusammen, nahmen wir unser Abendmahl ein und zogen uns schliesslich in unser Schlafgemach zurueck.
Fuer einen letzten Aufreger sorgte die groesste Spinne, die ich je in freier Laufbahn gesehen habe, allerdings nicht die letzte sein sollte, die eines unserer Schlafgemaecher aufsuchte.
Da Jane leicht in Panik verfiel, haben wir Anstalten gemacht sie zu entfernen und da ich stark dagegen protestierte, sie zu toeten, versuchten wir unser bestes sie einzufangen. Schliesslich reichte es Chayan jedoch und ein Schlag mit einem Schuh sorgte fuer das Ende des Dramas und garantierte, dass Jane gut einschlafen konnte.
 
 
Ich glaube, das reicht erstmal. Ich schreibe vielleicht heute oder morgen weitere Berichte, aber ich will euch ja auch nicht ueberfordern.
 
Beste Gruesse aus Shimla. Ich freu mich auf euch.
 
Michael

3 Kommentare 23.5.15 11:17, kommentieren

India 1.3 : Mclodganj, Manali, Shimla.. 6.5.2015

Hallo zusammen, es ist 11:10 Uhr a.m. Ortszeit in Shimla.

Ich sitze in einem fuer Indien typischen Cyber-cafe und weiss noch garnicht so richtig, was ich schreiben soll.

Es geht mir gut. Ziemlich gut sogar. Soeben habe ich unwiderruflich geloescht, was ich die letzte halbe stunde zu stande gebracht habe...

Ich koennte beschreiben, wie ich in Mcloudganj von einer Affenmama bedroht wurde, weil ich mich unsensibel und geil auf coole Affenfotos in die Mitte ihrer Familie begeben habe, in Kangra das aelteste Fort Indiens besucht habe. Schreiben, dass ich das Essen immer mehr geniesse, dass die Natur mit Fluessen, Wasserfaellen und der Kontrast von Bergen mit Schnee und Wald wunderschoen ist und die grossen, wie die kleinen Voegel sich meist in Farbe und Aussehen von denen in Europa unterscheiden. Dass die kleinen Doerfer um die touristischen Staedte, die perfekten Orte sind, um sich wirklich und ich meine wirklich, zu entspannen. Rafting (Schlauchboot fahren, auf einem rauschenden Fluss) macht Spass und Zorbing (in einer aufgeblasenen Kugel einen Hang herunterrollen) ist sicherlich eine witzige Erfahrung...

 

Doch scheint mir das ganze im Moment nicht sehr wichtig. Es ist schwer zu greifen, was in mir vorgeht. Manchmal geniesse ich es, alleine unterwegs zu sein, mich mit niemandem absprechen zu muessen und Zeit zu haben, um zu beobachten, was in mir vorgeht. Manchmal wuensche ich mir vertrauten Kontakt und wenn ich dann Leute treffe und mit ihnen Zeit verbringe, ist das immer ein Vergnuegen.

(Mit erwachsenen Indern, die am Tag zuvor das erste Mal Schnee gesehen haben, in diesem zu spielen, ist etwas, dass jeder mal gemacht haben sollte). Ich habe mir ein Notiz/Tagebuch gekauft, um gelegentlich zu notieren, was ich fuer wichtig halte.

Das erste Mal in meinem Leben, schreibe ich so etwas, wie kleine Gedichte (die sich bisher nicht reimen) - Ich glaube, ich habe eine 14 jaehrige Schreibblockade ueberwunden :D

Ich habe gelernt/mir angewoehnt, hier niemanden zu glauben. Das meine ich garnicht boese, aber ich habe einfach mehrfach die Erfahrung gemacht, dass ich selbst entscheiden muss, was fuer mich sehenswert und komfortabel ist. Wenn man aber auf Inder trifft, die sich wirklich einfach mit dir unterhalten wollen, ist das oft sehr angenehm. Der Umgang ist sehr herzlich und weich und es macht ihnen offensichtlich Freude, dir ihr Land und ihre Kultur zu praesentieren. Manchmal habe ich aber den Eindruck, dafuer bewundert oder wenigstens beneidet zu werden, dass ich um die Welt reisen kann, selbst entscheiden kann, was ich nach der Schule mache und insbesondere das Thema Frauen, ist fuer viele Inder interessant.

Diejenigen, die noch nicht verheiratet sind, sehnen sich offensichtlich sehr stark nach sexuellem Kontakt, was aber ohne die Frau, die man spaeter heiratet, ausgeschlossen ist (es seie denn, man sucht sich professionelle Aushilfe). So haben angeblich viele junge Inder die ersten Erfahrung in der Hinsicht, mit anderen Jungs. Und die Muslime im Sueden Indiens heiraten uebrigens ausschliesslich ihre Cousinen.

Diese Moeglichkeiten und Freiheiten zu besitzen, ist mir in der Situation doch recht unangenehm. Ich will es nunmal nicht leichter gehabt haben/ haben, als jemand anders. Aber das ist wohl einfach so, oder nicht?! Tatsache ist: Das Kastensystem wirkt auch heute noch, wenn auch nicht mehr so extrem. Jedenfalls bin ich doch manchmal dankbar, fuer das war mir in deutschland geboten wird an Sicherheit und Moeglichkeiten...

 

Um langsam zum Abschluss zu kommen, kann ich noch sagen, dass Sonnenbrand auf der Lippe scheisse ist und es eine Schande ist, wenn ich mir vorstelle, dass fuer Fussballgrossveranstaltungen massenweise Strassenhunde getoetet werden. Diese leben hier ueberall einfach mit den Menschen zusammen und auf meine anfaengliche Frage, ob denn keine Gefahr von ihnen ausginge, wurde mir nur geantwortet: "Die sind friedlicher als die Menschen".

 

(Unabhaengig davon: Waehrnend es in Deutschland doch eher gute Sitte ist, einer Streitigkeit, die einen nicht betrifft, nicht mehr als einen kleinen Blick zuzuwenden, statt dem eigenen Interesse Ausdruck zu verleihen, kennen die Inder in der Hinsicht keinen Scham. Sobald es zu einem verbalen Konflikt kommt, sammelt sich eine Gruppe von Schaulustigen eng um die Beteiligten und lauscht und starrt - Herrlich! :D )

 

Mein Plan ist mich nach Radjastan zu begeben. Es soll unglaublich schoen und zugleich (insbesondere zu dieser Jahreszeit) unglaublich heiss sein. Eine Mischung aus Wueste, riesigen alten Forts und grossartiger Natur mit Seen. Vorher durchquere ich aber noch Uttarkahand, was sich noch im Himalayagebiet befindet und religioes, wie auch von der Natur her, einiges bietet.

Nunja. Ich hoffe, euch gehts gut und mein Bericht, zeigt, trotz weniger Reisebeschreibungen, dafuer aber mit meiner guten Tastatur geschrieben, wie es mir geht und was ich erlebe.

 

Beste Gruesse aus Shimla. Michael

 

PS: Ich habe neue Bilder hochgeladen. Jedes Bild muss ich uebrigens einzeln anklicken, obwohl Dropbox anderes verspricht. Wenn jemand Aushilfe weiss, bin ich sehr dankbar.

7.5.15 09:52, kommentieren

Zugfahrt von Mumbai nach chandigah; Amritsar und mcgeod gaj 25.4.15

In meinem super tollen "lonely planet"-travel guide (ohne den ich wohl nicht mal eine Woche über standen hätte), schreiben sie,dass wer Indien wirklich hautnah erleben möchte, mindestens 1x eine längere Strecke mit dem Zug gefahren sein muss.

Nun: Die Erfahrung habe ich jetzt gemacht und es war... Spannend!

Zunächst einmal ist zugfahren in Indien ein wenig anders als in Deutschland. Es gibt keine Glasfenster, sondern Gitterstäbe, Türen sind ebenfalls keine vorhanden und wenn man einen sicheren Platz in einer der mittleren klassen (was ausdrücklich empfohlen wird) haben möchte, sollte man sich mindestens eine Woche vorher darum bemühen. Da rishis und meine Abreise aber recht spontan war, mussten wir auf eine alternative Methode zurückgreifen: 2 Klasse Tickets kaufen und versuchen uns in die Mittelklasse einzukaufen. Dies gelang auch tatsächlich, mit nur einem Nachteil: wir hatten keine festen sitzplätze und mussten darauf hoffen, dass jemand seine Reservierung nicht wahrnimmt oder erst spät in den zug einsteigt. Und nach gut einer Stunde (unser 26 stündigen Zugfahrt nach Chandigah) tauchte eine 5 köpfige sihk-familie auf, sowie ein älterer Herr, die aber großzügiger weise bereit waren, ihren Platz mit uns zu teilen. Ich glaube, das sind die inder nicht so.

 

Typisch für die indischen Zufahrten sind zum einen muntere Gespräche, sehr lautstarke Verkäufer, die während der fährt Tee, mehr oder weniger kalte Getränke, cracker und müsliriegel verkaufen bzw. an jedem größeren bahnhof , wo der Aufenthalt auch gerne mal eine halbe Stunde dauert, mit lautem gebrüll von ihren ständen am die Fenster gerannt kommen und ihre waren hinein halten. Ab und zu wurden im Zug auch warme speisen verkauft. (In großen aluschalen wird recht genießbarer Reis mit dal und chapati serviert, aber dazu später mehr)

Ebenfalls typisch für indische züge und ein wenig schockierend für jene, die nicht damit rechnen sind ... Vllt kann man sie Priesterinnen nennen, ich weiß es nicht: Eine Frau, die eigentlich ein homosexueller Mann ist, stellt sich vor die Passagiere , klatscht in die Hände und verlangt geld. Andernfalls wird sie sehr ungemütlich, bleibt stehen, starrt einen an und verteilt gar leicht backpfeifen. Als dankeschön für die 10 Rupien erhält man eine Segnung. Aufjedenfall ein gut gedeihendes Gewerbe.

Später am Abend wurden die Sitzbänke schließlich zu betten im maß von etwa 185x meine Schulter breite +10 cm umfunktioniert. Dumm nur, dass wir keine Reservierung hatten. Doch auch hier erwies sich der alters Herr, der übrigens kein wort englisch sprach, als großzügig und bot Rishi an, sein Bett mit mir zu teilen. Das war eng, aber (zunächst jedenfalls) besser als garnichts. Wir beide konnten einigermaßen liegen, wenn wir die Fuße neben dem Kopf des jeweils anderen platzierten. Sitzen war aufgrund der niedrigen hohe nicht mehr möglich. Und so schlief ich zunächst eine gute Stunde und als ich erwachte, war ich ein wenig ausgeruht und sehr dankbar. Dies drückte ich durch ein lächeln in Richtung des mannes aus und dieser erwiderte es. Kurz darauf fing er an meine füße zu massieren..ich habe mir erstmal nichts dabei gedacht. Die inder sind numal offen und Kontakt freudig.

Als seine Hände dann allerdings immer weiter Richtung meiner intimeren zone rutschte, wurde mir das ganze doch zu viel und ich machte ihm deutlich, dass ich das nicht wolle. Davon ließ er sich aber nicht abhalten und nachdem ich seine Hand das 3 mal entfernt hatte, verließ ich das bescheidene schlafgemahl. Glücklicherweise war gerade ein kleiner Platz auf dem völlig mit Menschen bedeckten Fußboden (wo waren die alle hergekommen?!?!) frei geworden und so begab ich mich in eine enge, sitzende Person neben ein paar Frauen, die noch munter quatschten und nickte gelegentlich ein. Am frühen morgen leerte sich der Zug und schließlich konnte ich den nächtlichen schlaf in einem eigenen Bett nachholen. Dumm nur, dass mein Baumwollschlafsack, der mir als Kissen gedient hatte,aus dem Fenster gewogen wurde, als ich schlief.

 

Selbstverständlich zog ich im Zug ein wenig aufmerksamkeit auf mich. Insbesondere in einer doch recht abstrusen situation: Rishi, der ein paar Meter entfernt von mir einen Schlafplatz befindet hatte, rief nach mir und 2 Sekunden später antworteten ihm 4-5 Männer und Frauen bzw. unterstützten seine "Michael"-Rufe (englische Aussprache)unnötigerweise. Ziemlich witzig für alle beteiligten.

 

In vielen teilen Indiens ist es normal, seiner Müll einfach auf den Boden gleiten zu lassen. Schließlich gibt es keine mülleimer. Dass dies aber auch für die Zuge gilt, fand ich doch erschreckend. Massenweise wird hier jeder Müll von Essensresten, bis Plastikflaschen und Verpackungen, einfach aus dem fahrenden Zug geworfen. Dem wollte ich mich nicht anschließen und verstaute, unter erstaunten blicken der anderen Fahrgäste und Protesten von Rishi, meinen Müll in meiner Tasche. Nachdem wir aber unter Schwierigkeiten unser warmes mahl eingenommen hatten (schließlich gibt es keine tische und nur einen kleinen plastiklöffel), hatte ich jedoch eine dreckige, saußenverschmierte aluschale auf dem schoß. Zwar spreche ich nach wie vor kein hindi, doch als ein Mädchen mit einem schälmischen grinsen in die runde fragte, ob ich wohl die Schale auch in meine Tasche stecken würde, war dies nicht falsch zu verstehen. Meinem Blick entnahm sie, dass ich verstanden hatte, woraufhin sie zunächst rot anlief, doch wir alle konnten herzlich darüber lachen und schließlich warf ich die aluschale aus dem fenster, so wie die anderen Fahrgäste.

 

Und so zogen Landschaften an uns vorbei. Flüsse mit Fischerbooten und Frauen, die Kleidung waschen. Berge, hügel , Wälder und viel brachland. Slums, Städte und manchmal mitten im nichts ein bewohntes kleines haus oder gar Zelte mit spielender Kindern und arbeitenden erwachsenen. Kühe, manchmal in Herden und Begleitung eines Hirten, manchmal selbständig unterwegs.

...und schließlich erreichten wir chandigah. Die Zugfahrt war doch ganz gut vorbeigegangen.

 (Soweit war ich etwa gekommen, bis der Stromausfall im internetcafe (aufgrund von regenfällen) meinen PC herunterfahren ließ. So musste das, für diese zwecke etwas unkomfortable tablet herhalten. Zudem ist meine sd-karte in der Kamera plötzlich leer und möchte formatiert werden. Schlecht. So habe ich nur 5-6 aufnahmen aus der letzten Woche.)

Chandigah wird in meinem Reiseführer beschrieben, als die stadt in der sich Indien präsentiert, wie es gerne von außen gesehen werden möchte. Dies war tatsächlich auch mein Eindruck. Diejenigen, die es sich leisten können, versuchen sich möglichst an Europa und Amerika zu orientieren, insbesondere, wenn es um Kleidung geht. Stolz erklärt mir Rishi, bei welchen Marken er ausschließlich seine Kleidung und sein deo kauft und bittet mich, mir doch bitte meine Jeans und ein nicht nur weißes t-shirt zu tragen, bei unseren besuchen in der mall und den vielen Parks.

Chandigah ist die erste durchgeplante stadt indiens. Damit wurde natürlich ein Europäer beauftragt. Die stadt besteht zu meist aus recht geschmackvoll gestalteten Parks (nur gelegentliche farbige lichter, die auf Bäume, pflanzen und Bänke gerichtet sind, nehmen das natürliche ein wenig). Die mall ist wie ein nobles europäisches Kaufhaus, nur dass es eine schreckliche ,viel zu laute, praktisch nur aus den grellen Blinklichtern der Spielautomaten bestehende kinderzone gibt. Auch die Innenstadt ist europäisch gestaltet, doch die laden sind greller und lauter und es gibt jeden abend eine spektakuläre musik-laser-Wasser-show, an deren Ende tanzvideos aus bollywoodfilmen auf der Wasserfontäne zu sehen sind. Kein HD, aber gut erkennbar. ... Europäisch und immer ein tick mehr.

In Rishis Haus wurde wunderbar durch gefüttert. Zum Frühstück um 11 gab es chapati mit Joghurt. Nachmittags sandwiches oder chapati. Abends Reis..... Oder/und chapati. Das ganze immer in verschiedenen Variationen und zwar solange bis ich ausdrücklich stop gesagt habe. Andernfalls wurde mir von rishis Frau oder Mutter, die zu Besuch war, immer mehr gebracht. Der Service war mir fast unangenehm und ein gelegentliches "thanks" konnte und wollte ich nicht unterdrücken, auch wenn Rishi meinte, das sei nicht nötig. Die Frauen haben gegessen, als wir fertig waren.

Sein vater, ein Arzt in einem kleinen Krankenhaus, hatte große Freude daran sich mit mir zu unterhalten, trotz seines recht beschränkten englisch. So erfuhr ich, dass Hitler ein angesehener kindername ist, sowie ein Lob an besonders disziplinierte Schüler, Gandhi von vielen Indern gehasst wird und das Bild über wiegt, dass in deutschland nur weiße leben. Auch und, dass traditionell der Bräutigam auf einem Pferd einreitet - nicht so schlecht, wie ich finde :D

Als ich genug Gärten gesehen hatte, insbesondere der rock garden war wirklich ein highlite, ließ ich mich von Rishi, seiner Frau und seinem mega witzigen 18-monate alten Sohn zur Busstation bringen, um einen bus nach Amritsar zu nehmen.

 

In Amritsar angekommen wurde ich schon von rikschafahrern umzingelt und verfolgt, da hatte ich noch nicht mal mein Gepäck entgegengenommen. Ein besonders ehrgeiziger Fahrer, wartete bus ich mir im lonely planet ein günstiges Hotel rausgesucht hatte und fuhr mich dorthin. Noch am selben abend besuchte in den goldenen tempel, den heiligsten Ort der sihk und berühmte Pilgerstätte. Schuhe, socken, Alkohol, Zigaretten sind nicht mal im Rucksack gestattet, wobei ich sowieso nur ersteres und zweiteres mit mir führte und es entsprechende Abgabestellen gab. Der Tempel ist sehr, sehr schön. Sehr friedlich liegt er in der Mitte eines heiligen Sees. Im Tempel selbst sieht man alte Männer, die vor riesigen Büchern sitzen und lesen und die Musik, die durch Lautsprecher in der ganzen Umgebung zu hören ist, hat hier ihren Ursprung. Üblicherweise berührt man mit dem Kopf jede Türschwelle, die man übertritt und jeder muss mit einem Kopftuch sein Haar bedecken. Viele Menschen beten hier und so dauert es etwas bis man drinnen ist. Doch überraschenderweise ist die Stimmung heiter. Kinder lachen. Und wer möchte erhält in einem großen Speisesaal kostenlos chapati und dal.

Am nächsten Tag bin ich um 12 Uhr abgereist mit dem bus nach mcgaud gaj, berühmt als Exil des Dalai lama, dessen Regierung und viele tibetische Flüchtlinge und so etwas touristisch überlaufen mit backpackern, aber sehr schön gelegen in den bergen und Wäldern. Es gibt Affen, viele kühe, Pferde und ziegen. Die Busfahrt hierher war ziemlich abenteuerlich. Ein klappriger bus fährt auf kaputten Gebirgstraßen. Da wurde man auch mal 10 cm von seinem Sitz geschleudert, wenn der Busfahrer es besonders gut meinte.

 

Was ich als sehr belastend empfinde, ist dass 85% der Menschen, die mich ansprechen und nach meinem Land fragen und mir Hilfe anbieten, mir entweder was verkaufen oder mich an betteln wollen. Wenn ein Bettler kommt und fragt, kann ich damit umgehen, aber das Interesse an einem Gespräch vortäuschen, mag ich nicht. "Hello my friend, how are you" ich Manns nicht mehr hören :D aber damit muss ich klar kommen... Gestern im bus haben mich 2 nette inder angequatscht und als wir ausstiegen mir angeboten, zusammen ein Hotel zu suchen. Im Endeffekt wollten sie, dass ich das Zimmer zahle und sie mir was dazu geben. Ich habe wirklich überlegt, weil die beiden wirklich nett waren und auch als ich verneint habe mich nicht gedrängt haben, aber meine sicherheit muss vorgehen und der Mann an der Rezeption, für das ich mich trotz scheinbar hoher Preise, aber aus alternativlosigkeit entschieden hatte, meinte auch, ich solle mich von den Jungs fernhalten und plötzlich hatte er auch günstigere Zimmer.

Umso schöner sind Begegnungen bei denen es nur um Interesse an Kultur und Konversation geht. So hatte ich nette Begegnungen u.a. mit gläubigen sihks im tempel. Am abend wollte ich gemütlich ein Bier trinken, suchte mir also ein Restaurant mit Dachterrasse und fragte nach, ob ich ein solches bekäme, obwohl sie gerade schließen wollten. Da die Mitarbeiter aber sowieso noch auf ein Bier zusammen sitzen wollten, wurde ich dazu eingeladen und es war sehr nett.

25.4.15 16:31, kommentieren

India 1.1 Mumbai - 13.4

Hallo zusammen,
 
momentan gibt es leider nicht so viel zu berichten. Ich haenge ein bisschen fest, da sich meine abreise an Rishi gebunden hat und sich immer weiter rauszoegert. Doof, da ich mich eigentlich inwischen selbstbewusst fuehle alleine weiterzuziehen und meine Zeit und mein Geld nicht vergeuden moechte.
Aber spaetestens Donnerstag sollte ich aber aus Mumbai raus sein und wenn es stimmt, was mir ueber den Norden Indiens erzaehlt wird, insbesondere die Himalaya nahen gebiete wie z.B. Darjeeling, dann ist das genau das, wonach ich mich gerade sehne. Wundervolle Landschaften und ganz viel Gruen.
 
Eigentlich hat sich die verspaetete Abreise gut getroffen, da es mir die letzten 5 Tage nicht gut ging. Abgesehen von gestern lag ich eingentlich nur im bett, habe nicht mehr gegessen, als ein paar tuc-kekse und einen Muesliriegel am tag (wenn ueberhaupt) und alles was ich getrunken habe, bin ich auf die verschiedenesten wege wieder losgeworden - da war ich nicht sparsam.
 
Erst als mein Magen nicht mehr mitgespielt hat, ist mir aufgefallen, wie sehr es noch im Mumbai stinkt. Nahe des Hotels ist es in Ordnung, aber an den Strassen und in den Taxis, wo die Fenster immer offen (und die Gurte nicht vorhanden) sind, und staendig eine der ueber 500 000 Autorikshas Mumbais an dir vorbeifaehrt, ist es ohne Tuch vor dem Mund nicht schoen auszuhalten.
 
Aber seit gestern gehts mir wieder gut und seit heute kann ich wieder fast normal essen.
 
 
Der letztwochige Versuch Elephanta Island zu besuchen, ist - ich denke, man kann es so sagen - klaeglich gescheitert :D
Zum Zeitpunkt des geplanten Besuchs ging es mir noch gut. Leider haben wir das ganze nach ausfuehrlichen Analysen meiner indischen Begleiter und Kennern Indiens, auf den naechsten Tag verschoben. Im Bett ging es mir gut, ausserhalb nicht. Das meine Entschlossenheit nicht genug war, um meine schlechte koerperliche Verfassung zu ueberdecken und trotzdem den Abend geniessen zu koennen, bemerkte ich zu spaet.
Jedenfalls kamen wir am India Gate an (Fotos folgen) nach einer Hoellen-Taxifahrt und wollten von dort eine Faehre nehmen. Die erste schlechte Nachricht war, dass wir schon zu spaet dran seien und die Inseln nicht mehr betreten duerften. (Eigentlich hatte meine Begleiter das in ihre Ueberlegungen bedacht :D ) Trotzdem betraten wir dann die Faehre, um wenigstens ein paar schoene Blicke und Fotos mitzunehmen (sehr zum Leid meines angeschlagenen Magens). Nach 45 min Tuckerfahrt mussten wir jedoch feststellen, dass die Insel nicht zu sehen gewesen war :D
 
Gestern sind wir zu erst einem Hindutempel gefahren, dann zu einer bekannten christlichen Kirche und schliesslich (was im Endeffekt mein Highlite war) ans Meer und haben einen schoenen Sonnenuntergang an einem friedlichen Plaetzchen genossen.
Der Hindutempel war so garnicht, wie ich es mir vorgestellt hatte (ruhig, in sich gekehrt). Tatsaechlich war es voll und laut und alle haben gedraengelt, um ihre Blumen abgeben zu koennen und kaum waren wir drinnen, waren wir auch schon wieder draussen.
Die Kirche war da schon deutlich mehr, wie ich sie gewohnt war, nur deutlich bunter und staendig laufenden Venilatoren und die den offenen Tueren kommende Helligkeit, haben mir jedenfalls bisschen das feeling genommen.
 
 
Von Gestern auf Heute hat ein sehr netter Mann bei uns im Zimmer uebernachtet: ca. 45, Inder, sehr glaeubiger Hindu und sehr angetan von mir. (Er meinte, er haette nicht damit gerechnet so einen guten Mann hier aufzutreffen, noch bevor wir uns unterhalten hatten - da war er mir auf Anhieb sympathisch, aber auch aufgrund der Ruhe, die er ausstrahlt). Wir haben uns ueber vieles gut ausgetauscht. Allerdings sind wir auch an unsere sprachlichen und  Verstaendnisgrenzen gestossen, als er meinte, ich solle Buecher nicht mit dem Fuss beruehren, kein Tier essen und es waere klar, dass jeder schon viele Leben vor diesem gehabt haette. Aber es waren nette Gespreache.
 
 
SOOOO. Das naechste Mal melde ich ich hoffentlich aus dem bezaubernden Norden Indiens, wo es momentan nur etwa 15-20 Grad Celsius sind und es zu gelegentlichen Schauern kommen kann.
Je nachdem koennte man am Wochenende die ersten Skype-Versuche starten.
 
Liebe Gruesse aus Mumbai von mir und Rishi Kapoor
 
Michael

13.4.15 16:15, kommentieren