Trekking Tag 4,5 und 6

Hallo zusammen und hare Krishna, ich bin von Shimla bin nach Rishikesh gefahren - Hauptstadt des Yogas und der Meditation und bekannt geworden, als die Beatles sich hier in einem Ashram einfanden und grosse Teile des "weissen Album" hier geschrieben haben. Tatsaechlich gibt es viele Angebote fuer Yogakurse und Ausbildungen zum Yogalehrer. Jedoch laengst nicht so viele wie Touristenbueros/Reisebueros. An einem Tag habe ich hier 4 Deutsche getroffen - mehr als in meiner gesamten restlichen Zeit in Indien. Ich vertreibe mir hier die Zeit mit dem Reinwaschen von Suenden im Ganges, habe mir eine Hare Kshina - Zeremonie angeschaut und an einer Meditation, sowie 2 morgendlichen Yogakursen teilgenommen. da ich mich nicht mehr auf 2000, sondern auf 300 m ue.d.M. befinde, ist es entsprechend heiss, was sehr zu regelmaessigen Mittagsschlaefen anregt. Morgen gehe ich wohl weiter nach Haridwar und danach auf eine Farm, die ich per workaway ausfindig gemacht und kontaktiert habe. 4. Tag. In der Nacht hatte es geregnet. Es war nicht zu heiss und so wurde dies der, aus meiner Sicht, beste Wandertag des ganzen Treks. Die ,sowieso jeden Tag unterschiedliche, Landschaft erinnerte an diesem sehr an Regenwald. Es roch herrlich und die Konditionen waren einfach perfekt. Mehrfach mussten wir kleinere Wasserfaelle/Baeche ueberqueren, die unseren Weg kreuzten und da die "Bruecken" meist recht provisorisch eingerichtet waren bzw. aus rutschigen Baumstaemmen oder einzelnen Steinen bestanden, war hier doch Konzentration und ueberwindung gefordert: Ein falscher Schritt und man riskierte blutige Schuerfwunden oder zumindest komplett durchnesst zu werden. Jane nahm dabei die Hilfe der guides in Anspruch, die erst ihren Rucksack, dann sie befoerderten. Spaeter fing es an zu regnen. Also packten wir alle unsere Regenjacken aus - alle ausser Jane. Sie meinte nur:" No, thats perfect. Feels like home" - England halt. Als ich Anstalten machte, meinen Rucksackinhalt umzupacken, um einige meiner Sachen besser vor dem Regen zu schuetzen, wies Max mich daraufhin, dass mein Rucksack (den ich jetzt seit 2 Jahren besitze) ein verstecktes Regencape integriert hat. Indien und Rucksaecke - beides voller Geheimnisse. Auf dem Weg trafen wir immer wieder grosse Ziegen- und Schafsherden und insbesondere, wenn sie ueber schmale Bretter und Baumstaemme geleitet wurden, war dies ein amuesantes Spektakel: Insbesondere die kleinen Schaeflein, mussten sich doch sehr ueberwinden und nachdem sie mehrere Sekunden voller Anspannung Mut suchten, legten sie ploetzlich und mit vielen kleinen Schritten einen Sprint hin und hatten den Bach ueberquert. Das letzte Schaf in der langen Reihe, konnte sich nun wirklich nicht ueberwinden und waehrend uns allen ein Schrei entfuhr, fand es in einem moederischen Sprung einen alternativen Weg zur Ueberquerung. Auch heute wurden wir in ein privates Haus eingeladen. Diesesmal gab es einen wunderbaren Chai (mit Ginger) und wir nahmen unser Mittagsmahl ein (Chapati und Dal, welches wir uns von Uncle hatten vorkochen und einpacken lassen). Ein zweites Dal wurde uns von der nette Oma serviert, die mit ihrem Enkel alleine zu Hause war. (Immer lustig zu beobachten, jedoch eine schreckliche Belaestigung fuer die Einheimischen, sind die vielen Affen. Sie wuehlen in den Gaerten, klauen Nahrung von Haushalten und Verkaufsstaenden und entreissen auch gerne Schals und Sonnenbrillen, direkt vom Abgeber) Als eine beruechtigte Affenbande sich dem Haus naehrte, fing die gute Frau also an zu zischen und mit lauten Rufen "Cha, Hi, Ho" und wildem Fuchteln, die Affen zu vertreiben - allerdings nicht ohne ein schaelmisches Schmunzeln im Gesicht. Chayan und Satish waren sofort aufgesprungen und hatten sie unterstuetzt und setzten sich, nach getaner Arbeit, zufrieden und lachend wieder zu uns. (Teilweise werde Boeller verwendet, um die Affen zu verschrecken. Leider erschrecken diese nicht nur Affen, sondern auch unbeteiligte Touristen) Nachdem wir dann noch den kleinen Hund, sowie die weissen Kaninchen gestreichelt und ein paar Erinnerungsfotos aufgenommen hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. In unsern Ziel Taranda sollte erneut ein staatliches Gasthaus, nahe einem Tempel, auf uns warten. Doch, wie das nunmal so ist, befinden sich die Tempel nicht am Fusse des Berges, wo sie fuer alle leicht erreichbar sind, sondern ganz oben. Der letzte Anstieg war unglaublich anstrengend. Als ich oben angekommen war, angetrieben von dem Wunsch nach einer Toilette, einer Dusche, einem Bett und einer Mahlzeit, wartete ich, mangels Orientierung, auf Max und wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach der Unterkunft in dem kleinen, aber unueberschaulichen Dorf. Wie sich rausstellte, mussten wir fuer uns selbst kochen und auch die entsprechenden Lebensmittel erst einkaufen. Dass der einzige Laden dafuer, durch einen 10-minuetigen Treppenabwaertsgang von uns getrennt war, habe ich nicht geahnt, als ich mich bereiterklaerte mich auf den Weg zu machen. Wir kauften Reis (1 kg fuer ca. 60 cent) , Eier, Ketchup (es gab weder Zwiebeln, noch Gemuese), Maggi-Tuetensuppen, ein wenig Schokolade und Kekse, sowie Tee, Zucker und frische Milch vom Bauern fuer den obligatorischen Chai. Chayan und Satish bereiteten den Tee und den Reis spaeter zu und der neue Uncle verkaufte und noch eine Flasche des regionalen Apfelweins, der sich eigentlich als sehr hochsprozentiger Schnaps, verduennt mit Wasser, herausstellte. Nicht gerade eine Erleuchtung, aber in den kleinen Doerfern sehr populaer. Der Schnaps wird zu Hause gebraut - dafuer haben diese Dioerfer wohl eine spezielle Genehmigung von der Regierung. Und da die abendliche Unterhaltung in den Doerfern nicht vorhanden ist, wird sich doch gerne mal betrunken. Hierbei kommt es wohl auch zu Schlaegereien, deren Zeuge ich allerdings nicht wurde. Neben einer zweiten Spinne gab es noch einen zweiten Aufreger: Satish erklaerte uns, dass wir bereits angekuendigt wurden im Gasthaus. Seit 2 jahren, sind wir die ersten, die diese Route genommen haben und ein kurzes Gespraech von Max mit einem ... Polizisten? ... hatte grosse Wellen geschlagen. Die indische Regierung wusste, wo wir sind und da dies, das einzige Gasthaus in Umgebung war, war klar, dass wir es ansteuern wuerden. Ein Vertreter sollte unterwegs sein, tauchte aber nicht auf. Ein komisches Gefuehl auf der einen Seite so "ueberwacht" zu werden und gleichzeitig einen Sonderstatus zu besitzen. Wenn uns etwas zustoesse, waere schnell Hilfe gekommen, waehrend anderswo tausende Inder verhungern. Ausserdem wurde uns erklaert, dass Satish und Chayan, aber auch die Betreiber der Gasthaeuser, viel Verantwortung tragen und sich eventuell vor der Regierung rechtfertigen muessen, wenn uns etwas passiert. Wir goennten uns ein Schlueckchen und gingen wie jeden Abend gegen 9 Uhr schlafen. 5. Tag Ob es an der Kombinatioen von Alkohol und zu viel Essen lag oder nur eine Frage der Zeit war: Morgens um 5 begann mein Tag mit Kotzen. Ich verzichtete auf jedes Fruehstueck. Wie beim ersten Mal, als ich krank wurde in Indien, wollten mich, die mich umgebenden Inder, immer wieder dazu ueberreden, etwas zu essen. Das ist doch recht laestig. Aber wenn Inder sich den Magen verschlagen, haben sie damit einen anderen Umgang, als .. zumindest ich. Im Sitzen und liegen ging es mir nicht schlecht, aber sobald ich mich bewegte, spuerte ich deutlich, dass mein Magen alle Energiereserven, die mir zur Verfuegung standen, in Anspruch nahm, um zu regenerieren. Dennoch machten wir uns auf den Weg. Zunaechst war ich positiv Ueberrascht, wie gut ich mich fortbewegen konnte, trotz Rucksack auf dem Ruecken und war heiter gestimmt...... Dann nicht mehr. Wir waren 5 Minuten unterwegs, da erbrach ich mich erneut. Mein Magen war am Ende. Ich konnte weder Fluessigkeit noch Nahrung aufnehmen, ohne sie eine halbe Stunde spaeter wieder von mir zu geben. Nachdem ich fertig war, wollte ich meine Rucksack erneut aufnehmen, doch das wurde mir klar untersagt. Zwar fuehlte ich mich jedesmal nach dem Erbrechen munter und gestaerkt - vermutlich aufgrund von Endorphinausstoessen - wenige Minuten spaeter, wurde ich aber immer wieder schwach und so wechselten sich Chayan und Satish ab, meine Rucksack, zusaetzlich zu ihrem eigenen, bis nach Nichar zu schleppen. Immer wieder musste ich kleine Pause einlegen, da mir teilweise schwindlig wurde, wenn ich (wenn auch in sicherer Entfernung) am Abgrund entlang ging. Es war unglaublich anstrengend. Der leichte Nieselregen war ein Segen und als dieser zu heftig wurde, machten wir in einer kleinen Berghoehle Pause. Ich nutzte die Zeit, um mich auszuruhen, zu trinken und mich ein weiteres Mal zu uebergeben. (ueberall an den Wanderwegen findet man kleine Hoehlen oder regengeschuette Plaetze unter riesigen Steinen, wo Holz und Stroh gelagert wird und Spuren von erloschenen Lagerfeuern zeugen.) Oft sahen wir unser Tagesziel stundenlang, bevor wir es endlich erreichten. Das lag daran, dass es am gegenueberliegenden Berg lag. Hiess fuer uns: In einem endlosen hin und zurueck, stueck fuer stueck den Berg runterklettern, was nur an bestimmten Stellen moeglich war und auch diese Wege, waren nicht gerade komfortabel. Dann an die Stelle gelangen, an der man den Fluss ueberqueren kann, der die Berge von einander trennt, nur um dann den, nicht weniger strapioesen Weg, bergaufwaerts anzutreten. Keine Ahnung, wie die anderen das gemeistert haben, aber fuer mich war das an diesem Tag zeitweise einfach nur - ... scheisse. Selbst Satishs Bonbon, musste ich nach 2 Minuten ausspucken. Ein wahrer Freund war mir dagegen mein neuer Wanderstock. Bisher hatte ich darauf verzichtet, doch gerade wenn man nicht so viel Energie hat, ist er eine grosse Hilfe. Die sonstige Sicherheit hatte mir deutlich gefehlt. Meine Reaktion war einfach verlangsamt. Deutlich konnte ich spueren, wieviel Kraft mein Koerper normalerweise aufwendet, um meine Balance zu sichern, wenn ich mich auf unsicherem Grund bewege. Zwischendurch habe ich mich dann entschaedigt, durch Blick auf die herrliche Landschaft und Jammern hilft in dem Fall einfach nicht, also weiter.. Irgendwann erreichten wir dann das Gasthaus - und wurden abgelehnt :O :O :O Ich habe immer noch nicht verstanden warum.. Also suchten wir ein kleinen Verkaufsstand auf, wo ich es mir auf einem Stuhl gemueltich machte und die anderen ihre Chapatis und Chai genossen. Eine halbe Stunde sitzen hatte mir sehr gut getan und so war die Busfahrt ins relativ nahegelegene Nichar kein Drama, auch wenn der Bus, wie ueblich. vollkommen ueberfuellt war. Die letzten Meter, wenn auch bergauf, meisterte ich mit Rucksack auf dem Ruecken. Unser Gasthaus war top! Eigentlich eine kleine Wohnung ohne Kueche und das fier 400 Rupies/Nacht. (nicht mal 6 Euro) Ich verbrachte den Rest des Tages im Bett, hoerte Musik und genoss, dass es mir immer besser ging. Die anderen brachten mir auf bestellung Kekse und Pepsi und spaeter einfach nur Reis, der mein Fruehstueck darstellte. Und um auf der einen Seite mir, aber aber auch sich selbst Zeit zu geben, wieder zu Kraeften zu kommen, beschlossen wir, einen Tag in Nichar zu rasten. Alle freuten sich aufs Ausschlafen und Ausruhen und ich war wieder gut drauf! 6. Tag MMMMMMmmmmhm. Rasttag!!! Nachdem ich lange geschlafen und etwas Reis zum Fruehstueck hatte, fuehlte ich mich irgendwann stark genug, um einen kleinen Rundgang zu unternehmen. Die bedeutete einige Treppen abwaerts, aber in der Ruhe liegt die Kraft. Der Besuch des Internetcafes war eher ernuechternd, da ich nicht ueber das Laden der Seiten hinausgekommen bin. Max und Jane waren am Vortag 2 Aerzten begegnet, die sie eingeladen hatten, ihr kleines Krankenhaus zu besichtigen. Der perfekte Stoff fuer Jane, die an diesem Tage weitere Fotos ihres GGGeorgs nachstellen konnte. Max war nicht dabei, aber Jane, Chayan und ich machten uns auf den Weg. Es war sehr interessant. Jeder Arzt in Indien muss 3 Jahre in einem zugewiesenem Kaff absitzen, um die flaechendeckende Versorgung der Bevoelkerung zu sichern. Das Krankenhaus selbst schien mir recht hygienisch. Es war nicht gross, aber hatte einige Raeume, einen Zahnarztstuhl, eine reiche Auswahl an Medikamenten und schien fuer Geburten ganz gut ausgestattet, soweit ich das beurteilen kann. Die 2 jungen Aerzte, erzaehlten uns ein wenig vom Leben aus dem Dorf. Etwa 3 Mal im jahr kommt es zu Vergiftungen durch Tierbisse. Haeufiger sind Geburten (die Muetter muessen mindestens 2 Tage weiter im Krankenhaus ueberwacht werden, so will es das Gesetz) und Verletzungen durch Schlaegerein. In dem Fall bringt der Polizist beide Streitparteien vorbei. 2009 wurden einige Menschen durch einen Baeren getoetet, der dann wiederum durch Jaeger hingerichtet wurde. In dem kleinen Rueckzugsraum gab es einen Kuehlschrank mit Getraenken und Schokoriegeln, einen Hantelbank und ... eine Gitarre. Nachdem ich dazu aufgefordert worden war (Vielleicht waren meine Blicke doch ab und zu sehnsuechtig ruebergewandert), durfte ich Janes Interview ein wenig musikalisch untermalen. Auch Chayan kann bisschen spielen und hat uns ein indisches Lied mit Gesang zum Besten gegeben. Wir liehen uns die Gitarre fuer den Abend aus und ich spielte ein paar Lieder. Jane, Chayan und Satish waren begeistert. Wir haben auch versucht ein paar lieder gemeinsam zu singen, doch die scheiterte meist daran, dass sich im Verlauf der Lieder, die Tonarten der Saenger unterschieden oder schlichtweg Texte fehlten. Aber es machte dennoch viel Freude. Der Uncle in Nichar war der coolste! Ein kleiner sympathischer Mann. Am Abend wollte ich vorsichtig eine Mahlzeit zu mir nehmen und als Chayan das Essen holen gaing, dass wir bei Uncle vorbestellt hatten, um es in unserer Unterkunft zu uns zu nehmen, begleitete ich ihn. Zu meiner Ueberraschung brachte mich Chayan nicht zu Uncles Imbissbude, sondern zu seinem privaten kleinen Zimmer, in dem dieser gerade das Dal fuer den naechsten Tag zubereitete und sich daran machte, unsere Chapatis zu backen. Chayan verstaute den Reis fuer 6 Personen (an diesem Abend hatten wir einen indischen Gast, der ebenfalls im Gasthaus uebernachtete) in einer Tuete, zusammen mit Dal, Gemuese, Minzsosse. sowie etwas geschnittener Gurke und Zwiebeln, in separaten Gefaessen. Es dauerte etwas bis die 30 Chapatis gebacken waren, so hatte ich Zeit, zu naschen. Ich verzichtete mit Freude auf den neu erworbenen lokalen Wein und wir gingen frueh schlafen, guter Dinge fuer den folgenden Trekkingtag. Die Buchstaben auf dem Bildschirm verschwimmen langsam. Ich unterbreche. 4:22 pm 27/5 Ich habe ein wenig Probleme gerade an Geld zu kommen, vermutlich wegen eines Monats- oder Wochenlimits fuer das Abheben von Geld an Automaten. Doch ich habe genug Reserven fuer die naechsten Tage und ein nettes deutsches Paerchen, dass 9 Monate lang eine Weltreise unternommen hat und jetzt Heim kehrt,hat mir 300 Dollar gegeben, die ich ihnen entsprechend dem Wechselkurs in Euro wieder ueberwiesen habe. Liebe Gruesse aus Rishikesh Michael

28.5.15 17:24

Letzte Einträge: India 1.0 Mumbai - 7.4, India 1.1 Mumbai - 13.4, Trekking von Shimla nach Kalpa und Chitkul Tag 1-3

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